Der Fundierung des für Mittwoch erwarteten Kommentars zum Thema “Organspende” dienen vielleicht folgende Materialien (Vortrags-PDF: Schneck 2009, Grafiken: TK)…
Weitere Infos zum Thema Organspende liefert dieser Clip (zum Starten: Rechtsklick, dann “Abspielen”) aus dem Organspende-Schwerpunkt von katholische-kirche.de:
Aufgabe: Erstellen Sie einen möglichst geistreichen Multiple Choice-Quiz zu dem Informationsblatt, der die Ihrer Ansicht nach wesentlichen Punkte abdeckt! Aus jedem Team sollten 15-20 Fragen mit je drei Antwortmöglichkeiten beigetragen werden, die dann in diesem Dokument über diesen Link eingetragen werden…!
Auf der Grundlage folgender Stellungnahmen zu den ersten fünf Jahren des Pontifikats Papst Benedikt XVI. war eine eigenständige Würdigung zu formulieren:
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
Anknüpfend an die Radioreportage “Krise der Großkirchen” werden – gesteuert durch einen kreativen Auftrag – in Workshops die Themen “Sonntag“, “Familie” und “Soziallehre” als Bereiche erarbeitet, in denen Kirche auch der heutigen Gesellschaft Entwicklungsimpulse geben kann…
Die Audio-Mitschnitte der Gruppen “Sonntag” und “Familie” können per Passwort in diesem Beitrag nachgehört werden…
Die mit Konstantin begonnene Symbiose zwischen Kirche und Staat wurde erst – von staatlicher Seite – durch die französische Revolution (Trennung von Thron und Altar) radikal in Frage gestellt. Während des ganzen 19.Jahrhunderts gab es aber (von staatlicher und kirchlicher Seite) hartnäckige Versuche, die alten Verhältnisse wiederherzustellen, die jedoch mit dem ersten Weltkrieg endgültig scheiterten. Danach gab es noch die Versuche, durch nachchristliche Ideologie ‘Reichseinheit’ zu schaffen (Faschismus, Nationalsozialismus und Kommunismus). – Durch die Erklärung über die Religionsfreiheit und durch die Konstitution ‘Gaudium et spes’ (Kirche in der Welt) des zweiten Vatikanischen Konzils hat die katholische Kirche die weltliche Gesellschaft und den Staat als autonome Bereiche anerkannt, die nicht in ihrem Dienst stehen. Dieser Schritt wurde möglich, weil sich der moderne Staat seinerseits als weltanschaulich neutral versteht und als Ziel nur das irdische Gemeinwohl der Bürger hat. Es hat fast zweitausend Jahre gedauert, bis die alte römische (heidnische) Reichsidee (Einheit des Reichs durch Einheit der Religion) ganz zerbrochen ist, und erst aufgrund dieses Zerbrechens wurden die Aussagen von Vaticanum II. möglich. – Erzbischof Lefebvre [Anmerkung mh: und in dessen Nachfolge die Pius-Bruderschaft], der vor allem das Dekret über die Religionsfreiheit bekämpfte, hat zwar recht, wenn er der Kirche diesbezüglich eine Neuerung vorwirft. Aber die Neuerung bestand nur darin, daß ein altes heidnisches Element, das lange Zeit das Leben der Kirche mitgeprägt hatte, ausgeschieden wurde.
Diesem Gang schließt sich die Betrachtung von Aussagen der Kirche über sich selbst an. In Anlehnung an das “trinitarische Geheimnis” der Kirche konzentrieren die deutschen Bischöfe im Katholischen Erwachsenen-Katechismus drei biblische Bilder von Kirche: a) Die Kirche ist das Volk Gottes, b) Die Kirche ist der Leib Christi, c) Die Kirche ist der Tempel Gottes im Heiligen Geist. Aus der Gruppenlektüre erwachsene Erläuterungen finden sich im Kommentarbereich dieses Beitrags.
Gestützt durch einen Informationstext werden drei denkbare Verhältnismodelle von Staat und Kirche benannt: a) Staatskirche wie z.B. in England und islamischen Ländern, b) strikte Trennung wie traditionell in Frankreich und institutionell in Amerika und c) Kooperationsmodell wie in Deutschland (alternative, m.E. eher Verwirrung stiftende Bezeichnungen: “hinkende Trennung” (Ulrich Stutz). “gelockerte Fortführung der Verbindung von Staat und Kirche” (Ulrich Scheuner) und “religionsfreundliche Trennung” (Michael N. Ebertz)), das in Folge des zwischen dem späteren Papst Pius XII. und Hitler 1933 ausgehandelten Reichskonkordats durch die einzigartig deutschen Institutionen von z.B. Kirchensteuer, Religionsunterricht und Mitbestimmungsrecht weltlicher Gremien bei der Besetzung kirchlicher Bischofsämter realisiert wird) und deren Vor- wie Nachteile erchlossen.
Vertiefungsangebot für Interessierte: Zum Thema “Kirche und Staat” gibt es einen brauchbaren Wikipedia-Artikel, eine erstaunlich praktisch ausgerichtete und nicht zu lange Darstellung der deutschen Bischöfe; einige frische Gedanken formulierte Papst Benedikt XVI. im September 2008 in Frankreich (viertletzter Absatz), etwas später dachte rp-online.de über das komplexe deutsche Modell nach. – Eine gute und/weil perspektivenreiche Zusammenstellung bietet die “Initiative Kirche von unten” online an, etwas weniger scharfzüngig erweist sich die entsprechende Themenseite auf katholisch.de. – Das äußerst einflussreiche Böckenförde-Dictum zum Verhältnis zwischen säkularem Staat und Kirche, “Der freiheitliche, säkulare Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann!”, wird z.B. hier knapp erläutert. – Den Text des Reichskonkordats von 1933 kann man online an vielen Stellen nachlesen, z.B. hier; eine gute Zusammenfassung der Inhalte liefert die Wikipedia; eine knappe historische Einordnung mit sehr interessantem Bildmaterial gibt es hier, auf das Verhältnis zwischen Katholischer Kirche und NS-Staat konzentriert sich sehr übersichtlich dieser Beitrag im ReliLex.
Zu Beginn unserer Arbeit sammeln wir bei den Kursteilnehmenden vorhandene Einstellungen zur und Vorstellungen von Kirche und versuchten sie in einem Mindmap zu strukturieren:
Im Gespräch wurde deutlich, dass sich die Beiträge vor allem den drei Grundpositionen “Zustimmung”, “Ablehnung” und “Gleichgültigkeit” zuordnen lassen, wobei es im Einzelfall durchaus unterschiedliche Zuordnungen mit unterschiedlich komplexer Begründung geben kann. Häufig geht die auch in einigen Medien transportierte kirchenunfreundliche Sicht mit einer gewissen Interessenarmut einher, persönliche Erfahrungen von Kirche bzw. Kontakte mit glaubwürdigen Vertretern/Vertreterinnen setzen nicht selten positive Akzente.
Als Impuls bzw. weitere Hilfestellung für die eigene Stellungnahme zu der Frage “Wie stehst du zur Kirche?” gibt es als Zusatzangebot einige Zitate, die Verheißung, Anspruch und Probleme der Kirche zum Thema haben:
Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater. – (Joh 14,12)
Er trat aus der Kirche aus und wurde Christ. – (Hugo Ernst Käufer)
Es sind nicht die Gottlosen, es sind die Frommen seiner Zeit gewesen, die Christus ans Kreuz schlugen. – (Gertrud von Le Fort, dt. Schriftstellerin, 1876-1971)
Beim gemeinsamen Mahl gebot er ihnen: Geht nicht weg von Jerusalem, sondern wartet auf die Verheißung des Vaters, die ihr von mir vernommen habt. Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber werdet schon in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft. [...] Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde. – (Apg 1,4-5.8)
Die katholische Kirche begeht wieder einmal den strategischen Irrtum, mit kämpferischem Mut die gestrigen Barrikaden zu besteigen. – (William S. Schlamm)
Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll. Es ist der Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird. [...] Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin. Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. – (Joh 14,16-17.25-26)
Christus ist nicht Christus, wenn er nicht in eins gesehen wird mit seiner Kirche… Weg zu Gott und Bild Gottes heißt konkret nicht einfach Gott in Christus, wie er einmal begrenzt, geschichtlich empfangen wird, geboren, lebte, wirkte, litt, starb, auferstand, auffuhr zur Rechten, sondern wie Er jeweils “heute” ist: Christus als das reale, präsente Heute, das die Kirche ist… – (Erich Przywara, 1889-1972)
Je mehr Licht man in die Kirchengeschichte bringt, desto dunkler wird’s. – (Heinrich Wiesner, dt. Aphoristiker, 1925-)
Wo die Kirche ist, da ist auch der Geist Gottes, und wo der Geist Gottes ist, da ist die Kirche und jede Gnade, und der Geist der Wahrheit; Abweichung von der Kirche ist Verwerfung des Geistes und damit Ausschluss vom Leben. – (Irenäus von Lyon, +202)
Soweit ich weiß, wird in keinem Kirchenlied das hohe Lied der Intelligenz gesungen. – (Bertrand Russell, engl. Philosoph und Sozialkritiker, 1872-1970)
Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. – (Apg 2,1-4)
Die Religion hat viel Schlechtes und nur wenig Gutes hervorgebracht. – (Helvetius, franz. Philosoph, 1715-1771)
Messgewänder sind das Kostüm der Narren am Himmlischen Hof. – (Ambrose Bierce, amerikan. Journalist und Schriftsteller, 1842-1914)
Kirche als Mysterium und nicht als Apparat ist die Sehnsucht vieler Menschen, die sich in ihrer Würde in den Massengesellschaften bedroht fühlen. – (Joachim Meisner)
In seinem Durchschnitts-’Organ’ ist der deutsche Katholizismus mies bis dreckig, in seinen Methoden dumm bis dreist. – (Heinrich Böll, dt. Schriftsteller, 1917-1985)
Die Heilige Überlieferung ist gleichsam das Gedächtnis der Kirche für das Christusereignis an ihrem Anfang. Aber es ist ein schöpferisches Gedächtnis, das in der Vergegenwärtigung des Geschehenen neue Erkenntnisse zutage fördert… – (Leo Scheffczyk 1967)
Gott kann der nicht zum Vater haben, der die Kirche nicht zur Mutter hat. – (Cyprian von Carthago, 200-258)
Die Kirche ist exakt das, wogegen Jesus gepredigt hat – und wogegen er seine Jünger kämpfen lehrte. – (Friedrich Nietzsche)
Die Kirche ist die Barbarisierung des Christentums. – (Friedrich Nietzsche)
Ich habe nie ohne Religion gelebt, und könnte keinen Tag ohne sie leben, aber ich bin mein Leben lang ohne Kirche ausgekommen. – (Hermann Hesse)
Jesus ist nicht in diese Welt gekommen, um die Menschen zu lehren, hoch aufragende Kirchen und gewaltige Tempel neben kleinen Hütten und engen Häusern zu errichten, sondern er kam, um die Herzen der Menschen zu Tempeln zu machen, ihre Seelen zu einem Altar und ihren Geist zum Priester. – (Khalil Gibran)
Eure Stellungnahmen bzw. Gedanken dürft ihr gerne als Kommentar zu diesem Beitrag ergänzen. – Wenn 15 oder mehr Kommentare gepostet werden, schreibe ich auch meine eigene Meinung zur Kirche auf!-)
Wir sind der Grundkurs Katholische Religion Klasse 12 von Matthias Heil an der Winfriedschule Fulda. Dieses Blog dokumentiert unser Lernen im zweiten Halbjahr 2009/10, Gegenstand unserer Arbeit sind die "Kirche Christi und Weltverantwortung"...Weitere Oberstufen-KursBlogs: Biblische Erfahrungen Anthropologie und Ethik
Frische Kommentare