
In Annäherung an das, was christliche Anthropologie ausmacht, wenden wir uns zunächst biblischen Aussagen zu. Grundlage der heutigen Sitzung war dabei das durch Teams präsentierte Kapitel “Das Geschöpf Gottes – Altes Testament” in dem von Werner Trutwin herausgegebenen Oberstufen-Lehrwerk “Neues Forum Religion”. Nachfolgend die aus Sicht der Teams wesentlichen Punkte…
1. Bild Gottes: (folgt)
2. Adam und Eva: (folgt)
3. Versuchung und Sünde (folgt)
4. Ein unerschöpfliches Thema: (folgt)
Nach Vorstellung der Halbjahresthemen und der Klärung der Begriffe “Anthropologie” und “Ethik” versuchten wir die Frage “Was macht den Menschen zu etwas Besonderem?” zu beantworten. Schwieriger als die Sammlung spontaner Ideen gestaltete sich deren Strukturierung. Im Auswertungsgespräch stellten wir dann fest, dass diese Zuordnung und die Beziehungen zwischen den einzelnen Beiträgen von verschiedenen Einstellungen und Überzeugungen abhängig sind und deswegen stark unterschiedlich ausfallen können. Das von uns erarbeitete Ergebnis kann in diesem Sinne keinen Anspruch auf Verbindlichkeit erheben, stellt aber eine Art Meinungsbild des Kurses dar:
Im Anschluss wandten wir uns dem Strukturierungsvorschlag des Lehrplans zu und bemühten uns in Gruppen um deren Erläuterung, Illustrierung bzw. Überprüfung.
1. Selbstbewusstsein des Menschen als Impuls für Fragen nach dem Grund der Wirklichkeit, nach dem Sinn
2. Erfahrungen von Gelingen (Glück, Liebe, Erfüllung), aber auch von Endlichkeit (Scheitern, Krankheit, Sterben)
3. Die Frage nach Gut und Böse: Freiheit – Verantwortung – Schuld – Versöhnung
Hausaufgabe für die nächste Sitzung ist es, mit Hilfe der in der Präsentationsrunde gemachten Notizen ein Essay-artiges Resümee zu formulieren. Arbeitstitel dieses Resümees: “Was heißt Menschsein heute, inwiefern kann der christliche Glaube eigenständige und unterscheidende Impulse dazu geben?” – Bitte ergänzt diesen Beitrag durch die Kommentierungsfunktion um Eure Ergebnisse. Verwendet dabei bitte Eure Initialien!
[mh]
Mit dem Titel “Die Frage nach dem Menschen und seine Verantwortung” sind unserem Kurs für die verbleibenden gut drei Monate bis zum Abitur Aspekte der Anthropologie und der Ethik zur Beschäftigung aufgegeben. Der Hessische Lehrplan begründet diese Wahl wie folgt:
In der Jahrgangsstufe 13.2 werden noch einmal – gleichsam gebündelt – grundlegende Aspekte des christlichen Glaubens, die schon in den vorangegangenen Halbjahren theologisch, christologisch und ekklesiologisch entfaltet wurden, in ihrer Konsequenz für die Gestaltung menschlichen Lebens thematisiert. Denn für die Schülerinnen und Schüler bedeutet dieses Halbjahr einen Einschnitt in ihrem Leben. Am Ende ihrer schulischen Ausbildung werden sie auch in eine größere Selbständigkeit und Selbstverantwortung entlassen, so dass es sinnvoll und wichtig ist, den jungen Menschen Orientierungshilfen für ihre weitere Lebenspraxis und Lebensgestaltung anzubieten.
In Kontrastierung zu mehr naturwissenschaftlich oder pluralistisch-weltanschaulich geprägten Anthropologien bzw. anderen Religionen soll die Reflexion über das biblisch-christliche Menschenbild Impulse setzen, die zum Nachdenken über den Menschen, seine Stellung in der Schöpfung, seine Würde, seine Freiheit und Verantwortung, sein ethisches Handeln anregen und Handlungsmöglichkeiten für das eigen Leben anbieten.
Menschsein bedeutet Mitmensch und Mitgeschöpf sein, wie schon in den Schöpfungsberichten, im Dekalog und Texten des Neuen Testaments deutlich wird. Dies ist Maßstab für ein vor Gott und dem Mitmenschen und der Schöpfung verantwortliches Tun. Der Glaube an Gott als die alles bestimmende Wirklichkeit und das Handeln des Menschen sind wesentlich einander zugeordnet. Die christologische Entfaltung dieser schöpfungstheologischen Sichtweise sieht in Person und Verkündigung Jesu Christi eine wesentliche Orientierung für menschliches Handeln und Verhalten.
Die Gemeinschaft in der gesellschaftlichen Realität, die Zeichen und Werkzeug für die Vereinigung der Menschen mit Gott und der Menschen untereinander ist, ist die katholische Kirche. Auch in ihr und ihren Glaubenszeugnissen können suchende Menschen, zu denen Jugendliche in besonderer Weise gehören, Orientierung finden.
Gerade heute ist es m.E. wichtig geworden, als Christin und Christ zu wissen, auf welchen Überzeugungen die eigenen Werte (noch) basieren und zu welchen praktischen Folgen diese Überzeugungen führen können, müssen bzw. nicht dürfen. Auch wenn der Spagat zwischen manchen vielleicht missionarisch klingenden Formulierungen des Lehrplans und der Tolerierung auch alternativer Einstellungen nicht immer leicht ist, bin ich doch zuversichtlich, dass unser Unterricht, die Art unserer Diskussionen und unser Umgang miteinander wie bisher genau dies leisten wird.
[mh]
|
Wir sind der Grundkurs Katholische Religion Klasse 13 von Matthias Heil an der Winfriedschule Fulda. Dieses Blog dokumentiert unser Lernen im zweiten Halbjahr 2009/10, Gegenstand unserer Arbeit sind "Die Frage nach dem Menschen und seine Verantwortung"... Weitere Oberstufen-KursBlogs:
Biblische Erfahrungen
Ekklesiologie
|
Frische Kommentare